[lesung] LitLok – Literatur für den Lockdown

Kollege Björn Bischoff und ich stellen für kommenden Dienstag ein Livestream-Lesefestival mit Autor*innen aus der Metropolregion auf die Beine. Damit ihr nicht so ganz auf uns verzichten müsst, wenn schon alle analogen Lesungen ausfallen.

Ankündigung:
Literatur bewegt Welten – auch in Franken. Um dem Lockdown zu entfliehen, haben wir für euch ein feines Programm an literarischen Stimmen aus Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung zusammengestellt. Am Dienstagabend ab 17 Uhr lesen auf Facebook aus ihren aktuellen Werken: Nataša Dragnić, Pauline Füg, Kathi Mock, Philip Krömer, Leonhard F. Seidl, Andreas Thamm und Wortwerk Erlangen. Gegenwartsliteratur, Phantastik, Poetry Slam – euch stehen alle Wege offen, um mit diesen Geschichten den Corona-Wahnsinn hinter euch zu lassen.

WANN/WO: am 31.03. zwischen 17 und 21 Uhr im Facebook-Autritt von LitLok

Weitere Infos auf der LitLok-Homepage

Vorberichte im CURT Magazin und auf nordbayern.de.

[rezension] Bayern 2 über »Ein Vogel ist er nicht«

Aus Dirk Kruses Radiorezension auf Bayern 2:

»Alles andere als L’art pour l’art oder ein großer literarischer Jux. Es hat Relevanz. Philip Krömer schreibt eine anspruchsvolle, aber süffige Prosa, die phantasievoll mit alten Stilen spielt und sich wohltuend vom lakonischen Ton vieler junger Autoren abhebt. Sie ist zudem genau gearbeitet in Klang, Rhythmus und Form. Und sie steht in der Tradition so bedeutender Humoristen wie Ror Wolf, Urs Widmer, Wolfgang Hildesheimer oder Arno Schmidt. Philip Krömer gelingt es sogar mit nur einem einzigen Satz Mythen und Geschichte umzuschreiben.«

Der Beitrag läuft am 19.02.2020 um 13:30 Uhr in der regionalZeit auf Bayern 2, ist aber bereits zum Nachlesen und -hören online.

Zum Buch

[auszeichnung] 2. Platz Literatur Update Bayern 2020

Jury-Begründung: Der Beitrag des 31-jährigen Krömer aus Erlangen mit dem Titel Wie Paul Scheerbart den Ersten Weltkrieg verhindert führt die historisch belegte Figur des Pazifisten Scheerbart ein, der in dem stilistisch höchst kunstvollen Text mit seiner fantastischen Idee von Luftschiffen aus Glas das Morden im Krieg verhindern will. Der Jury gefällt insbesondere, wie »der Text aus seinem Thema heraus eine Form entwickelt, die ähnlich fantastisch wie die von den Luftschiffen abgelegten Glasglocken ist.«

Mit drei Siegerlesungen in Ingolstadt (17.03., Medizinhistorisches Museum), Lauf (18.03., Stadtbücherei) und Coburg (19.03., Stadtbücherei).

Zur Pressemitteilung

[veröffentlichung] Verlagsinterview mit Topalian & Milani

Fünf Fragen zu Entstehung und Hintergrund meines Buchs Ein Vogel ist er nicht, gestellt vom Verlag:

T&M: WAS BEDEUTET DER BUCHTITEL EIN VOGEL IST ER NICHT?
PK: Der Titel ist ein Zitat aus einer der Geschichten und zeigt ganz gut, worum es geht: Alle Hauptfiguren bestehen auf ihrem Platz in den Geschichtsbüchern, sie wollen »fliegen« und sich über ihre Mitmenschen erheben, aber Vögel sind sie eben nicht.

T&M: WIE IST DIESES BUCH ENTSTANDEN?
PK: Über die letzten … viereinhalb Jahre. Beim Schreiben hatte ich noch keine fixe Buchidee, die einzelnen Geschichten entstanden erst einmal peu à peu aus meiner Neigung, mit historischen Wahrheiten zu spielen. Über die Jahre wurden es immer mehr, bis schließlich vom Verlag die Anregung kam, das bunte Sammelsurium zu einem stimmigen Manuskript umzubauen.

T&M: SISI, IKARUS, VAN GOGH – WIE HAST DU DIE FIGUREN FÜR DAS BUCH AUSGEWÄHLT?
PK: Ich würde eher sagen: Sie haben mich ausgewählt. Am Anfang der Schreibprozesse stand jeweils eine Person oder ein Ereignis, über die ich zufällig etwas gelesen hatte und die meine Neugierde erregten. Von diesen Startpunkten ging dann meine Recherche aus, durch Biografien, historische Dokumente, ins Netz, bis ich irgendwann genug verlässliches Material beisammenhatte, und auch genug Leerstellen, um sie mit meinen Fantastereien zu füllen.

T&M: DARF MAN GESCHICHTE(N) EINFACH UMSCHREIBEN?
PK: Unter einigen wenigen Auflagen darf man, ja. Immerhin handelt es sich um Literatur. Mir geht es ja erkennbar nicht um das Finden neuer Wahrheiten oder die Verbreitung historischer Fake News, sondern um das Spiel mit vermeintlichem und belegbarem Wissen. Das hat etwas Satirisches und bewegt sich in sicherer Entfernung etwa zu den »alternative facts« eines Donald Trump. Jeder, der ein Mindestmaß an Herz und Hirn hat, kennt die Grenzen.

T&M: WIE KAM ES ZUR GRAFISCHEN AUSSTATTUNG?
PK: Florian las und mochte meinen Erstling Ymir, ich wiederum kannte und schätzte seine Bilder. Da lag es nahe, mal ein Projekt zusammen anzupacken. Dass er außerdem Verleger ist, hat die Sache erheblich vereinfacht. Wir teilen einige Begeisterungen, Ein Vogel ist er nicht ist jetzt also deren erstes Produkt …

[lesung] »Ein Vogel ist er nicht« bei soundso

In der Veranstaltungsreihe ›soundso‹ laden die Literaturkritikerin Julia Schröder und der Schriftsteller Jan Snela Autorinnen und Autoren, deren Werk durch einen eigenen »Sound« geprägt ist, in die Akademie ein. Mit der Rede vom Sound wird beim Sprechen über Literatur versucht, ein singuläres Phänomen, eine besonders profilierte Stimme zu erfassen.

Am 22.01. darf ich als nächster soundso-Gastautor in der Akademie für gesprochenes Wort auftreten. Auf dem Programm steht meine Lesung aus Ein Vogel ist er nicht, als Referenztext meine Lieblingsstelle aus Ernst Augustins Mahmud, vorgetragen von einem Mitglied des Sprecherensembles, und ein intensives Gespräch mit den Gastgebern über den »Sound« von Literatur im Allgemeinen und meiner im Speziellen.

WANN/WO: am 22.01. um 19:30 Uhr in der Akademie für gesprochenes Wort in Stuttgart

Weitere Infos auf der Programmseite der Akademie

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