[veröffentlichung] Verlagsinterview mit Topalian & Milani

Fünf Fragen zu Entstehung und Hintergrund meines Buchs Ein Vogel ist er nicht, gestellt vom Verlag:

T&M: WAS BEDEUTET DER BUCHTITEL EIN VOGEL IST ER NICHT?
PK: Der Titel ist ein Zitat aus einer der Geschichten und zeigt ganz gut, worum es geht: Alle Hauptfiguren bestehen auf ihrem Platz in den Geschichtsbüchern, sie wollen »fliegen« und sich über ihre Mitmenschen erheben, aber Vögel sind sie eben nicht.

T&M: WIE IST DIESES BUCH ENTSTANDEN?
PK: Über die letzten … viereinhalb Jahre. Beim Schreiben hatte ich noch keine fixe Buchidee, die einzelnen Geschichten entstanden erst einmal peu à peu aus meiner Neigung, mit historischen Wahrheiten zu spielen. Über die Jahre wurden es immer mehr, bis schließlich vom Verlag die Anregung kam, das bunte Sammelsurium zu einem stimmigen Manuskript umzubauen.

T&M: SISI, IKARUS, VAN GOGH – WIE HAST DU DIE FIGUREN FÜR DAS BUCH AUSGEWÄHLT?
PK: Ich würde eher sagen: Sie haben mich ausgewählt. Am Anfang der Schreibprozesse stand jeweils eine Person oder ein Ereignis, über die ich zufällig etwas gelesen hatte und die meine Neugierde erregten. Von diesen Startpunkten ging dann meine Recherche aus, durch Biografien, historische Dokumente, ins Netz, bis ich irgendwann genug verlässliches Material beisammenhatte, und auch genug Leerstellen, um sie mit meinen Fantastereien zu füllen.

T&M: DARF MAN GESCHICHTE(N) EINFACH UMSCHREIBEN?
PK: Unter einigen wenigen Auflagen darf man, ja. Immerhin handelt es sich um Literatur. Mir geht es ja erkennbar nicht um das Finden neuer Wahrheiten oder die Verbreitung historischer Fake News, sondern um das Spiel mit vermeintlichem und belegbarem Wissen. Das hat etwas Satirisches und bewegt sich in sicherer Entfernung etwa zu den »alternative facts« eines Donald Trump. Jeder, der ein Mindestmaß an Herz und Hirn hat, kennt die Grenzen.

T&M: WIE KAM ES ZUR GRAFISCHEN AUSSTATTUNG?
PK: Florian las und mochte meinen Erstling Ymir, ich wiederum kannte und schätzte seine Bilder. Da lag es nahe, mal ein Projekt zusammen anzupacken. Dass er außerdem Verleger ist, hat die Sache erheblich vereinfacht. Wir teilen einige Begeisterungen, Ein Vogel ist er nicht ist jetzt also deren erstes Produkt …

[lesung] »Ein Vogel ist er nicht« bei soundso

In der Veranstaltungsreihe ›soundso‹ laden die Literaturkritikerin Julia Schröder und der Schriftsteller Jan Snela Autorinnen und Autoren, deren Werk durch einen eigenen »Sound« geprägt ist, in die Akademie ein. Mit der Rede vom Sound wird beim Sprechen über Literatur versucht, ein singuläres Phänomen, eine besonders profilierte Stimme zu erfassen.

Am 22.01. darf ich als nächster soundso-Gastautor in der Akademie für gesprochenes Wort auftreten. Auf dem Programm steht meine Lesung aus Ein Vogel ist er nicht, als Referenztext meine Lieblingsstelle aus Ernst Augustins Mahmud, vorgetragen von einem Mitglied des Sprecherensembles, und ein intensives Gespräch mit den Gastgebern über den »Sound« von Literatur im Allgemeinen und meiner im Speziellen.

WANN/WO: am 22.01. um 19:30 Uhr in der Akademie für gesprochenes Wort in Stuttgart

Weitere Infos auf der Programmseite der Akademie

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[rezension] Südwest Presse über »Ein Vogel ist er nicht«

Aus der Rezension meines neues Buchs Ein Vogel ist er nicht in der Südwest Presse vom 13. Januar 2020 (S. 21, Rubrik Kulturspiegel, besprochen von Jacqueline Schreil):

»Inspirieren lassen hat sich der Schriftsteller, Jahrgang 1988, von Geschichten, die es schon gab. Von historischen Personen und Figuren der griechischen Mythologie. Von Mördern und von Träumern. … Dabei schafft es Krömer, trotz aller Wirrungen einen direkten und süffisanten Duktus mit abwechslungsreichen sprachlichen Elementen zu verbinden. So wird aus einem prosaischen Erzählstil zwischendurch einfach mal eine Dramenform. Wie es dem Autor gerade passt. Auch inhaltlich traut er sich was … Revueartig fliegt die Geschichtensammlung durch die verschiedenen Episoden. … Ein Vogel ist er nicht strotzt vor Querverweisen. Der Leser wird das Buch womöglich hin und wieder zur Seite legen, um Personen, Sachverhalte und Begebenheiten nachzuschlagen. Außerdem wird er am Ende erfahren, welche drei Meister schon vom Himmel gefallen sind.«

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[lesung] Esst mehr Nazis!

Ich freue mich darauf, ein Kapitel Ymir zur Soli-Lesung für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes beisteuern zu dürfen. Mit mir lesen Lucas Fassnacht, Leonhard F. Seidl, Andreas Thamm und Dirk Stolzenberger. Dazu gibt es eine Gulaschkanone von Suppkultur. Alle Spenden des Abends gehen an die VVN.

WANN/WO: am 21.01. um 19:30 Uhr im Gostner Hoftheater in Nürnberg

Weitere Infos auf der Programmseite des Hoftheaters

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[rezension] Fixpoetry über »Ein Vogel ist er nicht«

»Ob Krömer nun vom Staufer-Kaiser Friedrich II. berichtet, der bei ihm durch das Verspeisen einer vergifteten, obszön großen Elefantenpastete mit menschlicher Füllung sein Ende findet oder von der Einführung des Bungee Jumping in Europa durch den stockbetrunkenen Vincent van Gogh – Heiterkeitsausbrüche scheinen vorprogrammiert. Doch auch diejenigen, die sich von Lektüre mehr als ein humoristisches Intermezzo erwarten, müssen ihm gute historische Kenntnisse und einen feinfühligen Umgang mit der Sprache konzedieren. Trotz seines im Grunde anarchischen Ansatzes verlässt Krömer nie das Areal wohlgesetzter Worte …«

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